Zur Person Pierre Mavrogordato:
Pierre Mavrogordato war eine schillernde Figur: Preisrichter bei der Olympiade in Berlin, Briefmarkensammler
(wofür er bei Weltausstellungen insgesamt 29 Goldmedaillen erhielt!),
Archäologe, Geheimer Hofrat, Sponsor der Stadt Römhild, hervorragender Privatkoch, Weltbürger.
Pierre Mavrogordato entstammte einem berühmten griechischen Adelsgeschlecht von der Insel Chios.
Ein Mitglied der Familie, Alexander Mavrogordato, war z.B. Präsident der ersten griechischen
Nationalversammlung (1822). Pierre wurde am 29.6.1870 in der Ukraine geboren und studierte an der
Universität Osessa, war Schatzmeister der "Kaiserlichen Gesellschaft für Geschichte des Altertums Odessa"
und führte archäologische Ausgrabungen in der früheren griechischen Kolonie Olbia durch.
Eigene Funde bei Ausgrabungen im römischen Tyra vermachte er dem Museum Odessa.
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 Der Großvater Pierre Mavrogordatos und 2 Ausstellungsobjekte
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Nach Ausgrabungen ostgotischer Siedlungen auf der Krim siedelte er um 1906 nach Berlin über und
errichtet dort ein Privatmuseum. In Berlin lernte er auch Prof. Götze kennen, den späteren Direktor
des Steinsburgmuseums. 1910 erwarb Pierre Mavrogordato 4ha Land im Sattel der Gleichberge von der Stadt Römhild.
1911 wurde der Grundstein für die Villensiedlung PIEREATO gelegt. Nachdem er 1914 wegen angeblicher
Sabotage verhaftet wurde, erwarb er 1915 die deutsche Staatsbürgerschaft und wurde 1917 zum Geheimen
Hofrat ernannt. 1929 schenkte er einen Großteil seiner Sammlung dem neugegründeten Steinsburgmuseum
und 1930 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Römhild ernannt. Er starb wenige Minuten (!!) nach seiner
Frau am 29.3.1948 in Römhild.
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Zur Person Erato Mavrogordato:
Erato, geb. Lattry enstammte den chiotischen Familien Mavrogordato (mütterlicherseits)
und Vourous, die aufgrund des türkischen Massakers von 1822 emigriert waren.
Sie heiratete 1897 ihren Cousin Pierre Mavrogordato. Sie entschlossen sich aufgrund ihrer
Verwandschaft jedoch, kinderlos zu bleiben.
Von 1911 bis 1914 wurde die Villensiedlung PIERATO am Waldhaus bei Römhild errichtet.
Der Name entstand aus den Vornamen der Eheleute. Die Siedlung bestand aus der Hauptvilla "Steinsburg"
und den Gästevillen "Waldruh" und "Hartenburg", sowie dem "Gärtnerhaus" und weiteren Nebengebäuden.
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Handpuppe von Erato M.
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Über die das Leben in dieser Siedlung existieren witzige Gedichte von der Frau des Verwalters,
Frau Elke Rinck-Wagner. Viele Freunde aus Europa, besonders aus Grichenland und Konstantinopel
kamen zu Besuch. Enge Kontakte bestanden auch zu den Mountbattens, den Eltern von Prinz Philipp
(Herzog von Edinburgh, geboren am 10. Juni 1921 auf Korfu in Griechenland als Prinz Philippos
Andreou von Griechenland und Dänemark geboren, Gemahl der heutigen Königin von England).
Viele Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft verewigten sich in den Gästebüchern mit
ihren Unterschriften, denen Erato Mavrogordato oft Karikaturen hinzufügte. Sie fertigte als Autodidaktin
Künstlerpuppen, Figuren und Kleinplastiken, bei denen ihr liebender Ehemann oft mithalf und reparierte.
Viele dieser filigranen Handarbeiten sind in unserer Ausstellung zu bewundern. Ihre Plastik
"Schreiendes Baby" wurde 1928 sogar im Handelsregister patentiert.
1929-1936 nahm sie an Puppenausstellungen in Berlin, Bochum, Breslau, Essen, Gelsenkirchen,
Hamburg, Hildburghausen, Prag und Sonneberg teil und 1930 bis 1935 schenkte sie einen Teil davon
den Museen in Breslau, Parg und Sonneberg.
Nachdem sie fast zeitgleich mit ihrem geliebten Mann gestorben war, kam ihr künstlerischer Nachlass
als Leihgabe an das Sonneberger Spielzeugmuseum. Diese Leihgaben wurden unserem Museum durch die
Erben Pierre und Christophe Babaiantz geschenkt und sind seither im Rahmen einer Dauerausstellug zu sehen.
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